Wander-und Erlebnistag in der „Sächsischen Schweiz“

Ein „Goldener Herbsttag“ im Basteigebiet

Zum Abschluss der Herbstferien, am 14.10.2017, ging es zum Wander- und Erlebnistag des SV Motor Altenburg nun bereits zum dritten Mal in die Sächsische Schweiz. Bei allerschönstem Herbstwetter führte die Tour vom Kurort Rathen aus durch das Basteigebiet in das kleine Städtchen Wehlen. Vor den nächsten Punktspielen war es für die Nachwuchsspieler wieder eine richtig gute Trainingseinheit. Schon um 6:38 Uhr ging es mit der S-Bahn nach Leipzig. Auf Gleis 21 fuhr der Wander-Zug um 8:00 Uhr direkt bis nach Rathen, wo er wegen der Überfüllung um 10:00 Uhr, leicht verspätet, ankam.

Gleich zu Beginn der Tour führte der Weg im Rathener Ortsteil Niederrathen steil nach oben auf die Burg Altrathen. Von der Terrasse bietet sich ein weiträumiger Blick auf Rathen, das Elbtal und die Tafelberge wie Lilienstein und Festung Königstein. Über den alten Basteiweg ging es weiter nach oben. Der erste Schweiß floss, schnell wurden die Jacken in die Rucksäcke gepackt. Nach 15 Minuten führte ein Abzweig am Tiedgestein zu einem weiterem schönen Aussichtspunkt auf das Elbtal. Wanderführer Jörg Gottwald zeigte dort der Gruppe einen Wanderweg der außerhalb der Geländerabsperrung direkt am Felsen lang führte. Dieser äußerst gefährliche Weg war die berüchtigte Rahm-Hanke, einem nur wenige Zentimeter breiten Felsband. Einige Kinder und Eltern waren vom Übermut gepackt, kletterten über das Geländer und gingen eine kleines Stück des Weges. Nach wenigen Metern war aber klar: Das ist zu gefährlich, hier herrscht Absturzgefahr. So ging es auf den normalen Wanderweg weiter bis zum nächsten Aussichtspunkt. Eine Leiter führte auf einen kleinen Felsen mit den Namen „Kanapee“. Die Aussicht vom ‚Kanapee’ muss schon vor 1800 genutzt worden sein und war auch ein beliebter Standort für die Maler der Sächsischen Schweiz. Wenige Meter aufwärts wurde endlich die Basteibrücke erreicht. Dort hatte man einen grandiosen Blick in den bunt gefärbten Wehlgrund mit seinen Felsen. Nach einem weiteren Abstecher auf den Ferdinandstein, mit Blick auf die Basteibrücke und Felsenburg Neurathen, wurde dann am Bastei-Imbiss erst mal eine verdiente Mittagspause eingelegt.

Auf dem Fremdenweg ging es weiter bis zum Steinernen Tisch. Im Jahre 1710 fand an der markanten Wegkreuzung ein kurfürstliches Essen statt. August der Starke ließ hier anlässlich einer Jagd einen steinernen Tisch bauen. Dieser kann auch vom Wanderer zur Rast benutzt werden. Nun ging es fast nur noch bergab, zunächst durch den Höllengrund, der ein relativ gemütlicher Abstieg vom Basteiplateau in den Zscherregrund ist. Wie fast alle Gründe im Wehlener Basteigebiet beeindruckt auch der Höllengrund durch seine wilde Romantik und die vielfältige feuchte Vegetation. Die Gründe im Wehlener Gebiet gehören zu den artenreichsten deutscher Mittelgebirge. Wo Zscherregrund und Höllengrund zusammentreffen geht es nach rechts in den Kohlgrund. Über eine Steiganlage am Knotenweg wurde schließlich der Uttewalder Grund erreicht. Der Uttewalder Grund ist eine üppig mit Moosen und Farnen bewachsene Schlucht, die auf beiden Seiten von steilen Wänden und Klüften eingesäumt wird. Einige abgestürzte Blöcke bilden an einer Engstelle das Uttewalder Felsentor. Einige herabgestürzte Felsblöcke haben sich hier an einer besonders engen Stelle des Uttewalder Grundes verklemmt. Das so entstandene Felsentor kann leicht gebückt durchwandert werden. Das Uttewalder Felsentor war bereits zu Zeiten der Romantiker ein beliebtes Ausflugsziel. Das Motiv findet sich auf vielen Gemälden und Zeichnungen der damaligen Künstler wieder. Auch von Schriftstellern wurde es erwähnt. Wenige Minuten später wurde im Gasthaus Waldidylle nochmals Rast gemacht, schließlich waren die Kehlen mittlerweile doch ganz schön trocken und durstig geworden. Nun war es bis nach Wehlen nicht mehr weit. Nach einer halben Stunde waren alle voller Eindrücke von dieser schönen Tour auf der Burg Wehlen angekommen. Von der ehemaligen 85 Meter langen und 16 Meter breiten Burganlage mit zwei Vorburgen sind heute nur die Grundmauern eines Turmes und ein Keller im Besitz der Stadt Wehlen und ein

Rundbau, vermutlich eine Bastion, die „Trommel“ genannt, in Privatbesitz erhalten, welche noch bis in die 1980er Jahre bewohnt war. Der Abstieg führte direkt auf den Markt, wo in der Bonbonmanufaktur noch einige Süßigkeiten

mitgenommen wurden.

Nun wartete aber noch ein weiteres Highlight auf die Teilnehmer. Mit dem Raddampfer „Leipzig“ ging es vorbei an Pirna, Schloss Pillnitz und den Elbschlössern auf der Elbe bis nach Dresden. Pünktlich um 17:50 Uhr legte schließlich der Dampfer am Ufer der Elbterrassen an. Nun ging es wieder zu Fuß weiter bis zum Hauptbahnhof. Dabei konnten noch einige Sehenswürdigkeiten Dresdens, u. a. Fürstenzug und Frauenkirche bestaunt werden. Mit der Bahn ging es über Leipzig wieder nach Altenburg. Gegen 22:30 Uhr endete schließlich dieser schöne Ausflugstag. 

Steffen Dieg


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