Wander-und Erlebnistag des SV Motor Altenburg             - Ein Reisebericht von Steffen Dieg –

Dobrý den, Národní park České Švýcarsko!

Unterwegs auf dem Lehrpfad der Freundschaft

Zum Saisonabschluss gönnten sich einige Nachwuchsfußballer des SV Motor Altenburg in Begleitung einiger Trainer und Eltern wieder mal ein Programm zur körperlichen Ertüchtigung: Einen Wander-und Erlebnistag in die Böhmische Schweiz.

Die Reise ging per Bahn am frühen Samstagmorgen über Leipzig nach Schöna. Pünktlich um 10:12 Uhr fuhr der Zug im letzten Ort an der deutsch-tschechischen Grenze ein. Nur wenige Meter vom Bahnsteig entfernt befindet sich eine Fährstelle, von wo wir über die Elbe in den kleinen böhmischen Grenzort Hřensko mit der kleinen Personenfähre übersetzten. Am Ende des mit 115 Metern am tiefsten gelegenen Grenzort Tschechien befindet sich der Eingang in die wildromantischen Klammen. In den Klam­men lässt es sich auf engen Wegen und Brücken unter Felsüberhängen herrlich wandern, aber irgend­wann geht es nur noch auf dem Wasser weiter. Das kleine Flüsschen Kamenice be­glei­tet uns nun für die nächsten beiden Stunden. Der Fluss Kamenice (Kamnitz) hat sich an ei­ni­gen Stellen tief in das weiche Gestein gegraben. Schon 1877 wagten sich die er­sten Bootsfahrer in die „Edmundsklamm“, auch „Stille Klamm“ genannt (tschech.: Edmundova Soutěska oder Tichá Soutěska) und die „Wilde Klamm“ (tschech.: Divoká Soutěska). Nur we­ni­ge Jahre später wurde der Weg durch die Klam­men im Auftrag des Fürsten Edmund Clary-Aldringen, der auch das Prebischtor zugänglich machte, von italienischen Bauarbeitern in den Fels gehauen und befestigt.

Nach zwei Kilometern Spaziergang durch die Schlucht er­reichten wir auf der ersten Etappe die Edmundsklamm. Dort stiegen wir in ein kleines Boot, welches genau für unsere 24 Teilnehmer geschaffen war. 700 Me­ter lang stakt uns der Fährmann vorwärts. Der sehr gut deutsch sprechende Bootsführer erzählte lustige Geschichten. Mit viel Phantasie erklärte er uns die Felsformationen, wo man u. a. eine Familie und eine Reihe von Tieren wiedererkannte. Nach wenigen Metern hat man klei­nes Bächlein oben auf einen Felsen angestaut. Wenn der Fährmann an ei­nem Felsen anlandet und dort an ei­nem Seil zieht, rauscht sogar ei­n klei­ner Wasserfall auf unser Boot zu. Schade, nach 20 Minuten war die schöne Fahrt schon vorbei. Für eine Pause am Klammen-Imbiss haben wir verzichtet. Zuviel Touristen am Kiosk, schließlich musste der Zeitplan eingehalten werden. Jetzt wurde es noch mal so richtig urig. Fluss und Weg passten nicht mehr ne­beneinander, so dass man für die Wan­de­rer naturbelas­sene und unbeleuchtete Tunnel mit Kurven in den Fels gebaut hat. Sonnen­brille ab! Sonst sieht man da drin die Hand vor Augen nicht. An der nächsten Anlegestelle stiegen wir, zu­sam­men mit an­de­ren Wan­de­rern, wieder in ei­nen grünen Kahn, der längs der Bordwände über sechzehn Sitzplätze verfügt. Wir befinden uns nun in der Wilden Klamm. Lautlos gleiten wir in die Klamm hinein. Der Fährmann stakt mit ruhigen Be­we­gungen ei­ne lange Stange in den Grund der Klamm und erzählt dabei abwech­selnd in tschechisch und deutsch Wissenswertes über die Klamm. Die Fahrt dauert zehn Mi­nu­ten, nach 500 Me­tern Fahrt klettern wir an Land und wandern weiter auf klappernden Stegen durch die Schlucht. Bis Mezni Louka aus sollen es noch 20 Mi­nu­ten Fußmarsch sein, laut ei­ner Infotafel. Auf ei­nem alten Wegestein stehen aber nur 10 Mi­nu­ten. Was wohl zu bedeuten hat: die Vorfahren waren schneller unter­wegs. Nach dem 1,5-Kilometer langen Anstieg hatten wir schließlich, schweißgebadet, Mezni Louka erreicht. Das schmucke Restaurace „U Forta“ war ideal für eine 30 minütige Pause. Zur Stärkung gab es eine gutgewürzte Wurst, Marke „Klobasa“, Spirelli mit Wurstgulasch und leckeren hausgemachten Kuchen. Natürlich floss auch das eine oder andere Pivo in die trockenen Kehlen der Erwachsenen.

Nun wartete aber die zweite Etappe: Es ging auf dem Gabrielensteig, dem schönsten Weg in der Böhmischen Schweiz, bis zum Prebischtor. Der weiche Waldweg schlängelt sich immer durch den schattigen Wald am Hang entlang. Die Sandsteinfelsen bilden Überhänge und im Falle ei­nes plötzlichen Regengusses ei­ne natürliche Unterstellmög­lichkeit. Wir hatten allerdings das optimale Wanderwetter erwischt. Fünf Kilometer geht es über Stock und Stein, große Wurzeln bilden Stolperstellen und zwei kräftige Anstiege fordern etwas mehr Kondition. Unterwegs hat man schöne Fernsichten in die Böhmische Schweiz bis hin zum Jeschken bei Liberec. Nach 90 Minuten gemütlichen wandern zickzacken wir uns die letzten Me­ter bis zum Prebischtor hinauf. Die größte natürliche Sandstein-Felsbrücke Europas hat eine Spannweite von 26,5 Metern bei einer lichten Höhe von 16 Metern. Seit dem Jahr 1982 darf die Brücke wegen der starken Erosion nicht mehr betreten werden. Die Treppen und Geländer wurden entfernt. Das Ausflugsschlösschen „Falkenhorst“ wurde bereits 1826 errichtet. Direkt unter dem Felsentor haben wir Rast gemacht. Oberhalb des Felsgebildes haben wir noch zwei schöne Aussichtspunkte, mit Blick nach Böhmen und in Teile der Sächsischen Schweiz, besucht. Anschließend führte die Tour über Serpentinen, zwei Kilometer, bis zu den „Drei Königsquellen“ bergab. Von dort aus kann man mit dem Bus wieder nach Hřensko fahren, was eigentlich auch so geplant war. Da wir aber unseren Zeitplan nicht ganz eingehalten hatten, mussten die letzten 2500 Meter bis Hřensko zu Fuß bewältigt werden, was aber nicht so tragisch war. Das dunkle Gut-Ankommer-Bier in Hřensko war dann besonders gut. Wir haben die Wegstrecke mit dem Handy mitgetrackt und staunen nicht schlecht: inklusive Kahnfahrten hat sich die Strecke zu 19,8 Kilo­me­tern summiert. Nicht schlecht, Herr Specht.

Na shledanou!

Um 18:35 Uhr fuhren wir voller Eindrücke und Erlebnisse von diesem wunderschönen Tag zurück nach Altenburg, wo wir wie geplant um 22:57 Uhr pünktlich ankamen. Nun geht es in die verdiente Sommerpause und dann auf ein Neues in der nächsten Saison…  


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