Wander-und Erlebnistag in der Sächsischen Schweiz

- Ein Reisebericht von Steffen Dieg -

Ein Märchen aus Stein

Motor´s D-Junioren auf Schrammstein-Tour durch eine beeindruckende Felsenwelt der Sächsischen Schweiz

Nach dem erfolgreichen Wandertag am 03.10.2015 im Basteigebiet zwischen der Stadt Wehlen und dem Kurort Rathen war klar, dass es von diesem Event eine Neuauflage geben musste. Damals hatte Reiseleiter Steffen Dieg angekündigt, dass es das nächste Mal etwas anspruchsvoller zur Sache gehen wird. Am Samstag, den 21.05.2016 war es nun soweit, die zweite Wandertour führte von Bad Schandau über die Schrammsteine zum Lichtenhainer Wasserfall.

Schon um 5:30 Uhr traf sich die aus 15 D-Junioren und 7 Eltern bzw. Betreuern bestehende Wandergruppe am Bahnhof in Altenburg. Mit der S-Bahn ging es zunächst nach Leipzig, wo um 7:00 Uhr der Regional-Express direkt nach Bad Schandau fuhr. Pünktlich, 9:02 Uhr, rollte der Zug im Nationalparkbahnhof Bad Schandau ein. Dort bekamen erst mal alle Teilnehmer vom Reiseleiter detailliertes Kartenmaterial ausgehändigt, damit auf der abwechslungsreichen Tour auch keiner verloren geht. Die Fähre „Lilienstein“ brachte die Gruppe danach auf der Elbe zur Anlegestelle Elbkai in Bad Schandau. Von dort aus ging es sofort zum 52 Meter hohen Ostrauer Personenaufzug. Nach drei Fahrten mit dem Fahrstuhl waren alle auf der Aufzugsbrücke angekommen, von wo man einen schönen Blick auf die schöne Stadt und deren Ortsteile hatte. Direkt neben dem Aufzug befindet sich ein kleines Luchsgehege. Nach dem ein prächtiger Luchs bestaunt werden konnte begann nun, bei bestem Wanderwetter, die Tour. Zunächst führte ein leicht ansteigender Weg auf die Ostrauer Scheibe. Der kleine Ort Ostrau mit den schmucken Villen wurde schnell durchwandert. Bevor es in den Klüftelweg wieder bergab, Richtung Schrammsteinbaude, ging wurde noch eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Der Abstieg über einige Treppen wurde leicht bewältigt. Die Route führte weiter durch den romantischen Lattengrund, ab jetzt immer bergauf. Man kam dabei schon mächtig ins Schwitzen, so dass die Jacken schnell in den Rucksäcken verschwanden. Auf halber Höhe wurde bei einer kleinen Aussicht, dem Falkenstein-Blick, kurz Halt gemacht. Am Schrammsteintor, nach dem die ersten 5 Kilometer zurückgelegt wurden, hieß es dann erst mal Pause machen. Die Kinder nutzten diese Gelegenheit sofort für kleine Trainings-Klettereinheiten, im Wissen was nun folgen sollte. Denn der Anstieg auf die Schrammstein-Aussicht über den Wildschützensteig hatte es schon in sich. In einer engen Felsspalte musste man über mehrere Leitern nach oben kraxeln. Für die Strapazen gab es aber auf der 417 Meter hohen Schrammstein-Aussicht einen spektakulären Panorama-Blick auf die der Felsenwelt. An den bizarren Torsteinen, die einem Märchen aus Stein ähnelten, waren sogar einige Bergsteiger zu sehen. Auf dem nun folgenden Gratweg mussten weitere unzählige Treppen und Leitern, die höchste Konzentration und Kondition abverlangten, bewältigt werden. Die Wandergruppe wurde dabei öfters auseinander gerissen, da einige Nachwuchsfußballer scheinbar mit dem Tempo der älteren Genration unterfordert waren. An der Breiten Kluft, einem schönen Pausenplatz, waren alle wieder beisammen und es war erst mal relaxen angesagt. Auch hier hatte man eine grandiose Aussicht. Der Zirkelstein, die Kaiserkrone im Vordergrund sowie der Hohe Schneeberg, die beiden Zschirnsteine, der Kleinhennersdorfer Stein, Papststein, Gohrisch und Pfaffenstein bildeten auf der linkselbischen Seite der Sächsischen Schweiz dieses beeindruckende Landschaftsbild. In weiter Ferne konnte man sogar den Turm auf den Ještěd bei Liberec in Tschechien erkennen. Der nun folgende Weg auf der oberen Affensteinpromenade schlängelte sich kurvenreich am Abgrund entlang. Immer wieder konnte man schöne Blicke auf die Natur erhaschen. Etwas spannender ging es anschließend über den Zurückesteig. Das ständige Auf und Ab über die Steinstufen ging mittlerweile bei fast jedem Teilnehmer an die Substanz. Alle waren längst durchgeschwitzt, der Schweiß tropfte unerbittlich von der Stirn. Nach dem Motto, der Weg ist das Ziel, wollte aber keiner schlappmachen. Schließlich hat man auch etwas Ehrgeiz. Öfters richteten sich die Blicke nun auf den Schrittzähler, der längst die 13 km-Marke überschritten hatte. So lang sollte die gesamte Tour eigentlich sein. Scheinbar waren aber bei der Messung die Höhenunterschiede nicht mit eingerechnet, so dass es doch einige Meter mehr sein sollten. Weiter führte die Tour über den Reitsteig. Danach ging es wieder über Treppen bergab zum Friensteinflössel, einer kleinen Quelle am Frienstein. Der anschließende Abstieg bis zum Königsweg hatte es noch mal in sich. Hunderte Holzstufen raubten die letzten Kräfte aus den Beinen. Aber egal, für eine Pause war keine Zeit mehr, da der Zeitplan eingehalten werden musste. Als schließlich die Zeughausstraße erreicht war, hieß es durchatmen. Nun war es nicht mehr weit bis zum Beuthenfall. Von dort aus waren es nur noch 600 Meter bis zum Lichtenhainer Wasserfall, wo die Wandertour nach 18,5 Kilometern, an der Gaststätte endete. Der Erlebnistag war aber damit noch lange nicht zu Ende. Um 15:40 Uhr hieß es einsteigen in die Kirnitzschtalbahn. Die nostalgische Straßenbahn fährt, auf einer acht Kilometer langen Strecke, vom Lichtenhainer Wasserfall bis zum Kurpark nach Bad Schandau. Am Kurpark, gab es als Belohnung fürs Durchhaltevermögen aller Teilnehmer Getränke und Softeis. Nach dieser Erfrischung stand nun noch ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm. Mit dem Raddampfer „Pirna“ ging es ab 17:00 Uhr noch einmal auf Schrammstein-Tour, dieses Mal aber auf dem Wasser der Elbe. Der Dampfer tuckerte an den Siebenbrüderhäusern in Postelwitz sowie Krippen und Schmilka vorbei bis ins böhmische Hrensko. Dort wendete das Schiff und fuhr wieder nach Bad Schandau zurück. Nach 90minütiger, erlebnisreicher Dampferfahrt brachte das kleine Fährschiff die Reisegruppe wieder zum Nationalparkbahnhof. Auf der Heimreise über Dresden und Leipzig stellten dann noch freundliche Mitreisende ihr Laptop den Kindern zur Verfügung, die sich darauf das DFB-Pokalfinale ansehen konnten. Wie geplant, um 22:56 Uhr, waren alle glücklich und zufrieden wieder in Altenburg angekommen. Die Strapazen der Tour waren bis dahin schon längst vergessen, so dass es bereits wieder Anfragen für eine Fortsetzung des Wandertages im Oktober gab. Es sollte dann aber Mal gemütlicher zugehen…      

 

Motor-Spieler Nico Rudorf von den Eindrücken des Wandertages resümierend am nächsten Tag: „Der Mensch geht seit er steht, also seit fünf Millionen Jahren. Dass das Gehen nicht nur Fortbewegung zum Ballspielen sein kann, sondern auch als Wandern Balsam für Geist und Seele, das wurde uns am Sonnabend wieder einmal bewusst. Unter Führung von Steffen Dieg bezwangen wir diesmal die Höhen der Sächsischen Schweiz und ruhten uns beim Bötchen fahren auf der Elbe rückwärts aus. Dabei konnten wir das Eindrucksvolle Relief der Sandsteinberge um Bad Schandau nochmal erleben, nach dem wir zuvor 20 km dieses intensiv zu Fuß selber durchwanderten und bestiegen haben. Das ganze fand natürlich bei herrlichstem Wanderwetter statt. Dank Internet in der DB konnten wir dann auf der Rückfahrt als Mannschaft den Pokalkrimi zwischen Bayern und Dortmund live erleben. Mit dem besseren Ende hier für alle Bayern-Fans. Ein super Tag, dank super Planung von Steffen, dem nochmals unser aller Dank gilt. Wir freuen uns alle schon auf das nächste Highlight am 4. Juni, unser Saison-Abschlussfest.“

 

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